Archiv für die Kategorie ‘Bergsport’

Schneeschuhtour zum Feierabend

Mittwoch, 28. November 2007

Bevor der Föhn den Schnee hat schmelzen lassen habe ich eine kleine Schneeschuhtour unternommen. Nach Feierabend hab ich mich fix nach Le Lavancher begeben und bin in einem gemütlichen Stündchen zum Aussichtspunkt Le Chapeau gestapft. Hier hat man einen guten Blick auf das Mer de Glace und die umliegenden Berge. Der Dent du Geant ragt am Horizont in den vorabendlichen Himmel.

Dent du Geant

Beim Abstieg brach die Nacht langsam ein. Ein etwas düsterer Sonnenuntergang über Chamonix…

Sonnenuntergang über Chamonix

“Clayton and Dana @ da house”

Mittwoch, 07. November 2007

Zurück aus Orpierre hab ich Clayton und Dana mit zu mir nach Chamonix genommen. Meiner Einladung waren sie mit Freuden gefolgt und so haben wir drei schöne Tage hier in Cham zusammen verbracht. Ein gemütlicher Abend mit Thüringer Grillgut, Slacklinen und Bouldern stellten unser Unterhaltungsprogramm dar.

Leider war das Wetter in Chamonix selbst nicht so gut und so haben wir versucht über die Wolken zu kommen. Was uns auch gelang!

Col des Montets

Das Highlight war wahrscheinlich der Ausflug ins Bouldergebiet des Col de la Colombière!

Clayton, Dana und ich am Col de la Colombière

Die Wolken hingen tief und so haben wir die Sonne in der Höhe dieses Passes, auch ein Pass der Tour de France, gefunden!

Fette Boulder in Panoramaumgebung!

Fette Boulder

Thüringer Bratgut versüßte uns einen Abend.

Bräteln

Slacklinen war eine weitere Freizeitaktivität!

Slacklinen

4 Tage Orpierre

Mittwoch, 07. November 2007

Orpierre, ein Gebiet welches ich schon drei Mal besucht habe, und auch einigen unter euch bekannt sein sollte, hat mich ein weiteres Mal zu Gesicht bekommen.
Die gut gesicherten Routen und die enorme Auswahl an Klettereien in den leichteren Graden haben mich dazu veranlasst ein weiteres Mal dorthin zu Fahren. Mit von der Partie waren Irene, die österreichische Fremdsprachenassistentin aus Annecy, samt Freund Max, extra aus Wien angereist, und Clayton, US-Amerikaner aus Utah, Fremdsprachenassistent in Grenoble und begeisterter Kletterer, den ich auf dem Einführungslehrgang in Autrans kennengelernt hatte.

Am Dienstag gings von Grenoble aus los. Claude war leider nicht zu Hause und so habe ich die Nacht von Montag auf Dienstag in Claytons Miniappartement in Grenoble verbracht. 12 Quadratmeter teilt er sich hier grad mit seiner aus Utah zu Besuch gekommenen Freundin Dana. Mittendrin mit Isomatte und Schlafsack – Ich. Ein lustiger Abend wars! Und die Nacht war schnell vorbei, als um sieben frühs der Wecker klingelte. Acht Uhr war ausgemacht!? “Hey Clayton” tönte es von mir, “did you change the time? – it`s daylightsavingtime now!”. “What? you are kidding me!?”. “No, time allready changed three days ago!”. Sie hatten also vor lauter “Arbeit” nicht mitbekommen, dass die Zeitumstellung schon drei Tage eher stattgefunden hatte!

Nu ja, am frühen Nachmittag kamen wir in Orpierre an und haben uns gleich mal die sieben Seillängen der “Diedre Sud” auf den Quiquillon reingezogen! Herrlich! Und da war er wieder, der Blick aus 200m Höhe auf das niedliche kleine Dorf Orpierre.

Orpierre, gesehen vom QuiquillonDanach haben wir im leichteren Sektor von “Chateau”, “Les racines du Ciel”, Irene und Max ausfindig gemacht, die etwas später angereist waren. Eine weitere Tour sollte uns noch gelingen bevor es völlig Nacht wurde.

Die Nacht selbst verbrachten wir, nach einer kurzen Verhandlung mit der Zeltplatzverantwortlichen (Clayton war völlig blank, so konnte er letztendlich frei übernachten) auf dem Zeltplatz “les Catoyes”, etwas außerhalb von Orpierre. Der Zeltplatz beim “alten Bauern” wird jetzt von einer netten Dame bewirtschaftet. Die Sanitäranlagen haben eine Teilsanierung bekommen und die Preise sind immer noch super.

Am Mittwoch haben wir im Sektor “Racines du Ciel” ein paar schöne 5c`s gemacht und auch noch einige schwerere Touren, meist schwerere 2te Seillängen, die ich noch nicht gemacht hatte, geklettert.
Am Nachmittag haben wir dann die 6b “Il n`y a plus de limites” geklettert und ich habe mich in einem Onsightversuch in der 7a “Je t`aime moi non plus” völlig geplättet. Bis zum vorletzten Bolt war ich gekommen, hatte aber keinen Saft mehr um drüber hinaus zu klettern. Im Toprope gings dann doch noch mal…

Donnerstag war wieder einmal ein Tag für Mehrseillängentouren. Die Tour “Rêves des Papillons”, “Schmetterlingstraum”, mit sechs Seillängen sollte es sein. 5c+, 5b, 5c, 5b, 6c, 6a. Eine Tour die ich noch nicht gemacht hatte. Die Längen waren so aufgeteilt, dass die schwierigeren mir gehörten. Welch ein Spass! Die 5c+ Einstiegseillänge zum “warmwerden” war ok, aber doch schon ordentlich. Die Seillängen zwischendurch gut. Die 6c Schlüssellänge gelang mir onsight, und die letzte Länge hängte ich gleich noch dran, denn Claytons Füße schmerzten ihm zu sehr – er hatte die bequemen, aber auch kaputten Schuhe gewählt.

Nach einem gemütlichen “Lunch” haben wir die Kletterei dann auch sein lassen und uns auf die nächste Nacht vorbereitet, die wir außerhalb des Campings verbrachten. Clayton, der zwar alle sein Friends aus den USA mitgebracht hatte, aber keinen Schlafsack, hat in meinem fahrbaren Untersatz gepennt, trotzdem gefroren, und ich hab mirs in meinem Schlafsack schön gemütlich gemacht.

Freitag war dann wieder “schwer-klettern” angesagt. “Je t`aime moi non plus” hab ich doch noch geklettert, und eine weitere Tour, mit dem Namen “Shoot again” konnte ich nachdem ich sie ausgecheckt hatte, im ersten Vorstiegsversuch für mich verbuchen. Meine zweite 7a+ überhaupt. Wenngleich ich sie zwar schwer, aber doch machbar fand. ;-)

Buoux – Sportkletterklassiker

Dienstag, 06. November 2007

Buoux

Ja, ich war dort! Buoux hatte ich schon oft gehört. Immer wieder schwärmten bekannte Kletterer von der Kletterei dort. Am Wochenende vom 27./28.Oktober war ich mit Nathalie und Guillaume in diesem Sportklettergebiet!

“Nath” und Guillaume in Buoux

Legenden wie Patrick Edlinger haben hier in den frühen Jahren des Sportkletterns die damals schwersten Touren eröffnet. Klassiker wie “Chouca” z.B. hört man heute noch des öfteren, wenn Sportkletterjungsters wie David Lama diese onsighten…damals waren diese Klettereien die ersten in ihrem Grad und nur der Crème de la Crème der Sportkletterer zugänglich. “La rose et le vampire” ist ein weiterer Klassiker dort…aber ich will mich nicht zu lange an der Historie aufhalten, denn mitreden kann ich bei diesen schweren Touren eh nicht ;-) !
(Schon die 7a`s haben mich völlig überbeansprucht)

“Am Ende” einer 7a im Toprope

Schön wars allemal und die Kletterei klassisch hart bewertet. Das bringt einen schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Eine 6b in Buoux ist wahrscheinlich so hart wie eine 6c in anderen Gebieten. Um so happier war ich, als mir am Sonntag zwei 6b onsight gelangen. Am Samstag war ich überhaupt nicht in Form und hab mich auch auf Grund der moralisch schwierigen Sicherungsabstände etwas gefürchtet…meist sind die ersten Meter gut gesichert und oben raus wirds luftig! 5m sind da keine Seltenheit.

Etwas negativ aufgefallen ist leider der Speck! Durch die weltweite Bekanntheit des Gebiets sind die Touren natürlich schon tausende Male begangen und dementsprechend glatt. Vor allem die Touren für die Ottonormalverbraucher… ;-) . Alles in Allem überwiegt in Buoux Loch- und Plattenkletterei. Knallharte Einseillängentouren aber auch Mehrseillängentouren stehen bereit!

Blauer Parcours

Donnerstag, 25. Oktober 2007

Am gestrigen Mittwoch habe ich, kletternder Weise, einmal mehr die Gegend unsicher gemacht. Minus drei Grad und Sonnenschein. Perfekte Bedingungen um die naheliegenden Boulder unsicher zu machen.

Mein Ziel waren die Boulder von “Les Bossons”, keinen Kilometer Luftlinie von meinem Studio entfernt. Sie befinden sich unterhalb des gleichnamigen Gletschers und sind zu dessen besten Zeiten bis zu ihrem heutigen Standpunkt von ihm mitgeschleppt worden. Entsprechend ist die Oberfläche der Gneiss- und Granitblöcke ordentlich glatt geschliffen und die Kletterei wird von Slopern dominiert.

Sehr viel Mühe haben sich die Erschließer diese Gebietes gemacht. Der crashpadschulternde Boulderer findet hier einen grünen, einen gelben, einen blauen, einen roten und einen schwarzen Parcours. Jeweils ca. 20-25 Boulder bilden einen Parcours. Von grün, leicht, bis schwarz, sackschwer, sind die Probleme in entsprechender Farbe markiert und nummeriert!

Da ich zum ersten Mal im Gebiet war habe ich mir einmal den blauen, mittelschweren, Parcours angeschaut. 25 Probleme galt es zu bewältigen. Die meisten im französischen Bouldergrad 5b, einige auch im Grad 5c. Jegliche Art von Kletterei war gefragt. Wand, Platte, Überhang usw. … sodass ich nach den 25 Problemen ordentlich Haut und Kraft gelassen hatte und froh war die gefrorenen Zehen aus den engen Kletterschlappen zu befreien. Schön wars, wie immer, auch trotz der Kälte und eine Menge roter und schwarzer Probleme warten noch auf einen oder mehrere Besuche in diesem Bouldergebiet.

Klettern am Lac de Bourget

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Ja, ich weiß, ich übertreibs grad ein wenig mit den Kletterausflügen – glaubt mir, ihr würdet es nicht anders machen wenn ihr an meiner Stelle wärt!

Ich war also am Montag schon wieder klettern. Und zwar in der Nähe von Annecy, am Lac de Bourget. Mit von der Partie waren Guillaume, der wie ich frei hatte, und Irene, eine österreichische Deutsch-Assistentin die ich auf dem Vorbereitungsseminar kennengelernt hatte. Sie arbeitet in Annecy und wir hatten ausgemacht bei Gelegenheit mal zusammen zu klettern – et voilà – so kams dazu!

Ausserdem haben wir uns in der Nähe des Klettergebiets mit Jean-François getroffen, ein Kumpel von Guillaume der aus der Gegend kommt und uns seine neue “Entdeckung” zeigen wollte.

Er hatte wahrlich nicht zu viel versprochen: Rauher Kalk, Sonne, Blick auf den See! Genial! Der richtige Ort um gemütlich ein paar Genusstouren zu klettern und sich die Sonne auf den Pelz scheinen zu lassen!

Wir haben wirklich einen superschönen Tag verlebt und so hab ich auch die Unterrichtsvorbereitung für Dienstag bis spät in die Nacht verkraften können ;-) !

Möglicherweise ein Projekt

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Am Sonntag Vormittag hab ich mir zusammen mit Guillaume eine Tour angeschaut. Sie befindet sich zwar nicht ganz in unmittelbarer Nähe von Cham, aber die Kletterei könnte mir liegen. Ich hab mal reingeschaut, ein paar Züge probiert und andere relativ schnell gelöst…

Da ich auf Grund des Barbesuchs am Vorabend kaputt war und wegen der Klettertage vorher müde Arme hatte, habe ich keine richtige Vorstellung ob die Tour für mich machbar ist. Ich werde sie mir noch mal anschauen wenn ich einigermaßen ausgeruht bin und dann entscheiden ob ich sie ernsthaft “bearbeite”.

Details und  Schwierigkeit bleiben vorerst geheim… ;-) , aber ich werde euch auf dem Laufenden halten.

Floweffekt, Adrenalin, Happiness!

Dienstag, 16. Oktober 2007

Zum Sport:

Letzten Mittwoch Nachmittag war ich mit Elke und Olivier am “Pierre à Voix”. Wir haben an diesem netten Felsen einen gemütlichen Nachmittag verbracht. Zu dritt wird ja meist nicht all zu Viel. Dennoch, eine 5c und zwei 6a (und die wollen auch erst mal geklettert sein) in einem schönen Umfeld!

Am Freitag Abend war Halle angesagt. Nathalie war wieder meine Partnerin. Ein gutes Dutzend Touren bis 6b – “in weiser Voraussicht” auf den folgenden Samstag ;-) !

Samstag – Bionassay! So heisst der “geheime” Spot von dem ich euch letzte Woche berichtet habe. Wir waren also wieder dort und erst gestern ist mir aufgefallen wie schön es dort oben ist! Leider hatten wir letzten Samstag Nebel und der Blick ins Tal blieb uns verweigert. Dafür wurden wir diesmal mit Sonne satt und einem traumhaften Blick ins Arve-Tal und auf den Dôme de Miage belohnt! Ich schwärme nicht sehr oft in diesem Maße, aber ich glaube vom Umfeld her, ist dies eines der besten Klettergebiete die ich jemals besuchen durfte!

Zur Kletterei:
Nachdem wir, Nathalie, Guillaume und ich, uns in den von letzter Woche bekannten Wegen, vier an der Zahl, 5b, 6b, 6b plus und 6c, “erwärmt” hatten, wollten wir mal die nächst schwereren Touren begutachten. Also ab auf die andere Seite der Wand und geschaut… .”Die 7a hier”, meinte Jeff, der zufällig mit seiner Frau Nathalie auch dort war (ich hatte sie, wie berichtet, bei einem sehr netten Abendessen bei ihnen zu Hause kennengelernt) “ist superschön!”.

Nun ja. Nathalie war Dank des vorabendlichen Kletterhallenprogramms schon gut “angeplättet” und Guillaume war irgendwie nicht sonderlich gut in Form. Also meinten sie: “C`est à toi Robert, de monter la corde!”, was so viel heißt wie: “Du bist dran! Bring mal das Seil und die Expressen rauf!”. Nebenbei sei gesagt, dass die Stimmung in unserem “Team” immer “superrigolo” ist (superlustisch ;-) ).

“Ok” dacht ich mir, “es liegt an dir!”. 7a, 15 Expressen, 80m Strick! Ja, 80m Strick! Ihr habt richtig gelesen! “40m! Abenteuer” vor mir…schlotter schlotter. “Is ne Ausdauertour, keine großartig schweren Passagen!” meinte Jeff noch so…”was für ne Neuigkeit”, dachte ich mir, “40m und Ausdauertour!?”…

Los gehts. Leichte Nervosität. Puls erhöht. Die ersten Meter gehts leicht links ansteigend und an einem aufwärtsziehenden Wulst “untergriffmäßig abziehend” aufwärts. Die erste Express beruhigt. Es ist erstaunlicherweise immer was zum Greifen da! Die Kletterschuhe haben guten Halt. Magnesiaspuren weisen auf mögliche Griffe hin…ich werde ruhiger…weitere Expressen folgen…die Kletterei bis hier nicht all zu schwer.

Weiter an Leisten und Kanten. Alles um mich herum ist ausgeblendet. Längst befinde ich mich in einem Zustand den man beim Klettern, vor allem wenns drauf ankommt, erleben kann. Eine Blase umkreist mich. Allein der nächste Zug zählt – Flow! Weiter gehts unter eine ordentlich überhängende Platte. Eine Rissspur ist das einzige was die zwei Meter kletterbar erscheinen lässt.

Zum Glück ist ein Bolt vor Ort. Das “Allez Robert!” höre ich kaum. Ich bin zu konzentriert. Seitgriffleiste links, höher antreten, eindrehen und mit rechts an der Kante des Überhangs “sondiert”. Guter Griff! Für Links gibts auch was! Ausgestreckt steh ich am Wulst. Die Füße sind nicht zu sehen. Ein beherzter Klimmzug und den Fuß auf die Dachkante. Laaannngsaaam aufrichten. Anderer Fuß dazu. Puh! Kleiner Rastpunkt. Ein Drittel(!) scheint geschafft.

Weiter. Nun an teilweise weit auseinanderliegenden, aber relativ guten Griffen. Eine harte Untergriffpassage, eine Traverse links ansteigend. Meine Unterarme laufen langsam heiß! Immer wieder versuche ich Rastpunkte zu finden. Gute Schüttler finden sich aber nicht zu oft. Das Gelände ist immer vertikal. Aber zum Glück ausreichend strukturiert. Die Tour hört nicht auf. Genuß und/oder Anstrengung. Gefühlsschwankungen.

Die Unterarme werden immer fester doch die letzten Bolts sind in Sichtweite! Ich will! Ich kann!…weiter an Aufliegern. Der letzte Bolt erreicht. Kein Stand in Sicht, aber oben legt es sich ein wenig…die Unterarme Laufen zu. Ich versuche zu rasten, suche nach Spuren. Nichts.

Wie ein Automat taste ich mit meinem Blick das Gelände vor mir ab. Nichts. Schei… nein! Bleib dran! Nähmaschiene…nicht auch noch das! Plötzlich rechts – ein Griff! Einen Meter queren. Der Seilzug macht sich bemerkbar. So groß ist der Griff auch nicht. Verdammt!

“Allez Robert!”, tönts von unten, “vas-y!” (mach dich weiter!). Was solls, was anderes ist nicht da! Nun also für links was suchen…ich taste. Nur Sloper. Nichts Gutes. Was ist hier los? Ich versuche immer wieder kurz zu schütteln. Es gelingt mir aber kaum…Es wird ernst.

Ok. Jetzt oder nie! Rechts der besagte Griff. Links eine kleine senkrechte Leiste als Seitgriff…Füße sortieren…Rechts sucht…findet nichts…doch noch mal ein Stück zurück…Links noch mal geschüttelt…wieder die Seitleiste…Rechts kurz gechalkt und geschüttelt…Abtasten. Ein Sloper…der Bolt zwei Meter links und zwei Meter unter meinen Füßen! Adrenalinschub!

…Ich versuchs, der Slpoer hält irgendwie, ich steh einigemaßen gut…Links sucht verzweifelt…Minileiste…die muss jetzt gehn! Füße hoch…die Waden versagen fast ihren Dienst und ich zittere am ganzen Wanst!…mit letzter Kraft halte ich die Leiste links und greife eine seitlich geneigte Kante mit Rechts…ich kann mich kaum noch halten…schei…jetzt fängst du dir den Satz deines Lebens ein sag ich mir noch so und versuch mit Links irgendwas zu angeln!

Noch ein Sloper…nein das wars! Jetzt fliegste ab! Los Mann!…irgendwoher hole ich noch ein paar Körnchen Kraft und schnappe mit Rechts weiter nach einem Griff…die linke Hand ist schon am Abrutschen als ich mit Rechts eine einigermaßen gute Kante zu fassen bekomme…die rettende Kette ist in Sicht…zitternder Weise krabbele ich auf den Absatz unter sie und klinke endlich den rettenden Stand! “Relais!”

Leere…

Mein Herz rast höllisch. Meine Arme sind schwer wie Blei. Meine Finger fast taub. Langsam komme ich wieder zu mir. Die Sonne brennt mir auf den Rücken. Ich drehe mich zum ersten Mal um und schaue hinunter ins Tal! …Vorher habe ich es nicht gewagt…
Wunderschön ist es!…Guillaume und Nathalie freuen sich für mich! Freude stellt sich auch bei mir ein! Glückshormone ohne Ende! Happiness! Ein Freudenschrei!

Ich genieße noch eine Minute lang die Aussicht, dann lässt mich Guillaume ab. Auf halbem Weg gratuliert mir von unten Nathalie (die Bergführerin) zum onsight und ich freue mich natürlich darüber! Sie hat extra gewartet um den “jeune allemand” zu sehen. Ihr Mann Jeff ist schon auf dem Abstieg (eine gute halbe Stunde läuft man hier hoch).

Vier Meter von der Wand entfernt (doch nicht nur vertikales Gelände ;-) ), fasse ich wieder Fuß. Nathalie (die Kletterpartnerin) und Guillaume beglückwünschen mich nochmals. Ich bin fix und alle, aber trotzdem happy.

Meine abschließende Berwertung: 40m Ausdauerkletterei mit technisch anspruchsvollen, aber nicht extrem schweren Einzelstellen. Die Schwierigkeit ergiebt sich aus der (für uns Thüringer Kletterer doch ungewohnten) Länge der Tour.

Auf jeden Fall gesellt sich die Tour, mir fällt grad ein, dass ich noch nicht mal weiß wie sie heißt, zu meinen großen Klettererlebnissen – der erste Onsight in dem Grad! Eine Nachahmung sei allen Kletterern unter euch wärmstens empfohlen!

…Im Eifer des Gefechts motiviere ich Guillaume zum Vorstiegsversuch! Das Seil wird abgezogen und er klettert los. Auf halber Höhe ist er fix und fertig…Nathalie mag nicht mehr…ich habe das “Vergnügen” meine Expressen wieder einzusammeln… ;-) …diesmal gehts allerdings nicht mehr in einem Zug…eine A0 Begehung beschreibt wahrscheinlich am besten den Stil ;-) – eine heftige Session!

Beim “Abbau” der 40m-Tour, Happiness

Buet die Zweite

Mittwoch, 10. Oktober 2007

Ich hatte euch ja schon vom Buet berichtet. Die Nacht von Sonntag auf Montag habe ich auf dem Gipfel desselben übernachtet.
Nachdem ich mich am Sonntag erst einmal von all den Kletterausflügen der letzten Woche erhohlt hatte, habe ich mir gegen Nachmittag gedacht, dass angesichts der guten Wettervorhersage, eine Nacht dort oben etwas Außergewöhnliches und Schönes sein könnte.

Also hab ich mein Zeltchen, Schlafsack, Kocher und was sonst noch alles dazu gehört, in meinen Rucksack “gestopft” und bin 16.45Uhr aufgebrochen. Nach wiederum gut 4 Stunden “Marsch”, bin ich also gegen 21Uhr, in schon stockfinsterer Nacht am Gipfel angekommen und hab mein Zeltchen aufgebaut. Nachdem ich mich dann, der Gesundheit und des Komforts wegen, von den nassgeschwitzen Kleidern befreit und sie gegen trockene eingetauscht hatte, hab ich mir noch fix einen heißen Tee gebrüht, den sternenklaren Himmel beäugt und mich schlafen gelegt.

Am Montag Morgen gegen 7 Uhr war es dann soweit! Die Sonne sendete ihre ersten Strahlen aus und ich durfte einen wunderschönen Sonnenaufgang erleben. Das Mt. Blanc Massiv im Morgenlicht! Wie immer, hat sich die Anstrengung gelohnt!

Im Bewusstsein dessen, dass ich ab 14 Uhr im Lycée du Mt. Blanc zu “unterrichten” hatte, hab ich mich dann auch schnell an den Abbau meiner mobilen Unterkunft gemacht und bin in rekordverdächtigen 2 Stunden wieder am Auto gewesen. Nun ja, der Schnee von letzter Woche war auch schon längst wieder weggetaut, was sowohl Auf- als auch Abstieg unheimlich erleichterte ;-) !

Rückblick

Montag, 08. Oktober 2007

Hallo Leute,

ja, ich hab mich länger nicht gemeldet, deswegen hier ein kleiner Rückblick.

Letzten Mittwoch habe ich zusammen mit Elke und ein paar befreundeten Kletterern das Bouldergebiet “Medonnet” besucht. In einem Waldstück ca. eine halbe Stunde von Chamonix entfernt, liegen Granitblöcke erster Güte! Sehr rauhes Gestein welches alle Arten von Boulderproblemen bietet! Ob Traversen oder Liegestartprobleme, hier findet man alles. Noch dazu, sozusagen als I-Tüpfelchen, bieten fast alle Blöcke sehr gutes Absprunggelände.
Bei meinem nächsten Besuch werde ich meinen Fotoapparat nicht vergessen, ich versprechs euch!

Am Freitag war dann wieder Klettern in der Halle angesagt. Leider hat Marie-Pierre ihre neue 7b-Route umgeschraubt. Sie dachte wahrscheinlich, dass sich zu wenige Kletterer daran versuchen würden. Nun ist es also eine 6c+ und ich konnte sie im 2ten Versuch klettern – obwohl mir die alte Variante gefiel und ich gerne noch ein wenig daran gebastelt hätte.

Am Samstag hat mich dann eine Bekannte von Elke, Nathalie, zu einem noch geheimen Spot mitgenommen. Eine halbe Stunde Autofahrt, eine halbe Stunde steilster Zustieg. Aber sobald man oben ist, wird man mit bis zu 40m langen Sportkletterrouten belohnt. Kalkstein von besonderem Charakter, weil etwas gewöhnungsbedürftig geschichtet. Ansonsten muss ich wohl noch ein wenig trainieren um hier Spass zu haben, denn außer ein paar 6b`s und 6c`s gibts dort erst wieder was im französischen 7ten und 8ten Grad zu holen.

Cool fand ich, dass ein Freund von Nathalie, Mitglied der französischen Sportkletternationalmannschaft, auch dort war. Ist schon irre zuzusehen wie er sich mal eben ne 8a und danach ne 8a+ abgeholt hat, ohne dabei auch nur im Geringsten angestrengt zu wirken! Ich hoffe noch öfters mit den Zweien unterwegs sein zu können, damit ich mir wenigstens ein paar Kniffe von David abschauen kann ;-) !