Mal kurz nach Franken

Hallo liebe Leute! Seit einer guten Woche bin ich jetzt wieder “fest” in Jena. Nachdem ich während des Blockpracktikums sozusagen heimatlos, immer zwischen meinem lieben Elternhaus, Jena, Erfurt und wiederum diversen Kletterzielen an den Wochenenden hin- und hergereist war, bin ich auch froh darüber wieder ein halbwegs festes Basecamp zu haben. So langsam stellt sich ein geordneter Tages- und Wochenrhythmus ein. Die Vorlesungszeit beginnt nächste Woche und das herbstliche Jena füllt sich nach und nach mit etwas studentischem Leben.

Den freien Sonntag des letzten Wochenendes war natürlich Klettern angesagt und weil ich lang nicht mehr in Nordbayern war, gings mal kurz nach Franken.

Diesmal waren Rul und Jens mit am Start. Da wir halbwegs früh gestartet sind, waren wir auch schon gegen 10.30Uhr am Ziel und es konnte alsbalb losgehen. Die Edelsteine sollten es sein. Ein kleines Massiv in einem ruhigen Seitental, versprach zumindest der Kletterführer.

Um die Ruhe war’s allerdings, Dank zahlreicher Nordic-Walker und Wanderer, nicht so gut gestellt. Nuja, jeder genießt eben die Natur auf die eigene Weise. Die einen spazieren sportlich durch den Wald und überhören dabei das Zwitschern der Vögel, weil sie sich anschreien müssen, um bei dem Affentempo, welches ihnen die Nordic-Walking-Stöcke verleihen, noch das Wort des anderen zu erhaschen.

Die anderen brüllen sich gegenseitig irgendwelche Felsen hoch und sind somit, was die Ruhe angeht, auch nicht besser. Allerdings mit der Einschränkung, dass die “Klettertiere” zwischen ihren kraftraubenden, akrobatischen Tänzen in der Senkrechten auch mal rumliegen wie Faultiere und schlummern. Somit hören sie dann doch ab und an die fliegenden Freunde der Lüfte singen, neben dem Palaber der Walker.

Der Kurztrip in die Frankische hat auf jeden Fall einmal mehr bewiesen, dass man nicht unbedingt 35m lange Touren braucht, um sich platt zu machen. Nach einer Aufwärmtour im oberen siebten Grad, etwas anderes stand nicht zur Auswahl, gings an einen glatten Achter. “Griffige Ausdauerkletterei in perfektem Fels” war die Routenbeschreibung für diesen edlen Stein mit dem Namen Saphir. Ein wenig verars..t kam ich mir damit allerdings schon vor, angesichts dreier Haken und dem Umlenker in ca. 7m Höhe. Bis mein Onsightversuch am letzten Zug scheiterte.

Eigentlich dachte ich ja ich sei, was die kletterspezifische Ausdauer angeht, im Moment ganz gut drauf. Doch der Sprungeinstieg, die teilweise nur fingerpaargroßen Löcher und die insgesamt gesehen doch athletischen Züge ließen mich vom Zweifingeruntergriff, welcher der letzte Griff vorm Ausstiegshenkel war, in die “Tiefe” rauschen.

Auch bei Rul und Jens trat das Phänomen der Schnellermüdung auf und somit gab’s nach einer gemütlichen Schlafpause am Wandfuß weitere Versuche. Ruls Pausengestaltung entpuppte sich bei seinem nächsten Go als etwas zu kurz, worauf er noch eine weitere, längere Ruhephase einlegte, bevor er den Umlenker klippte. Da ich schön geschlummert und auch ein zweites Frühstückchen zu mir genommen hatte, gings im Zweiten.

Im Saphir

Jens war auf Grund der vielen Stunden Arbeit an seiner Diplomarbeit nicht ganz so fit wie wir es von ihm gewohnt sind und hätte aus Frust am liebsten die Nordic-Walker zusammengestaucht! Natürlich nur ein Scherz… ;-) ! Hätte ich fünf Wochen nichts angefasst käm ich nirgends mehr hoch!

Jens fängt einen Sloper in Ohne Namen

An der Nachbarwand sind wir zunächst vom Diamantenfieber (8-) befallen worden und haben später noch einem weiteren, etwas weniger wertvollen Stein, dem Tiegerauge (7), unseren Schliff verpasst.

Rul ist im Diamantenfieber

Für Frankenverhältnisse ging’s dann relativ früh zurück nach Jena, wo wir doch ziemlich kaputt ankamen und uns, jeder für sich, an einem gemütlichen Sonntag Abend erfreuen konnten.

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