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Vallée Blanche

Sonntag, 23. März 2008

Das Vallée Blanche ist wohl DAS Must-Do hier in Chamonix. Mit der Seilbahn fährt man direkt von Chamonix (1000m) über die Plan de l`Aiguille (2300m) auf die Aiguille du Midi (3800m)!

Hier genießt man zunächst die herrliche Aussicht auf den Mt. Blanc und all die herrlichen Gipfel seines Massivs! Bei gutem Wetter sieht man weitere Massive wie das des Grand Combin, der Monte Rosa und sogar das Matterhorn ist zu erkennen!

Aussicht auf Grandes Jorasses und Dent du Géant von der Midi

Nun wird es ernster und man legt Klettergurt und Steigeisen an. Die Ski, denn es handelt sich um eine Skiabfahrt, schnallt man am besten auf den Rucksack um für den Abstieg über den Ost-Grat der Aiguille Midi auf den Gletscher die Hände frei zu haben.

O-Grat der Aiguille du Midi

Dieser Abschnitt des „Vallée Blanche“ ist wohl der beeindruckendste. Zumindest für Nicht-Berggeher und Nicht-Alpinisten, denn der rund 150m lange und teilweise schmale Grat trennt die an dieser Stelle rund 180m hohe Aiguille du Midi Südwand von der rund 1000m hohen Aiguille du Midi Nordwand! Also nichts für Leute mit Höhenangst!

Ist man nun am Gletscher werden die Steigeisen wieder verpackt und die Ski angeschnallt. Der Gurt bleibt vorsichtshalber am Mann, denn die nächsten rund 8km fährt man ausschließlich über Gletscher ab. Und natürlich befindet man sich in hochalpinem Gelände mit all seinen Gefahren.

Das klassische Vallée Blanche folgt einer ziemlich zentral auf dem Gletscher gelegenen Route und wird von sehr vielen Touristen befahren. Diese nutzen meist vorbildlich einen Bergführer der sie sicher über den Gletscher leitet.

Teilweise trifft man jedoch auch auf Leute, die scheinbar nicht wissen welchen Gefahren sie sich aussetzen. Sie sind oft unpassend gekleidet, ohne Bergführer unterwegs, fahren nicht wirklich gut genug Ski und haben teilweise nicht einmal Gurte angelegt, ohne welche eine mögliche Spaltenbergung schier unmöglich ist.

Der Hubschrauber der französischen Bergwacht ist häufig zu hören und zu sehen!

Neben der klassischen Route gibt es zahlreiche Varianten um dieses herrliche Tal abzufahren.

Eine davon hat mir Jean-Nicolas bei meiner ersten Abfahrt gezeigt. Er hatte sie durch einheimische und Vallée Blanche -erfahrene Arbeitskollegen kennen gelernt. Die Route folgt im Gegensatz zur klassischen Route dem linken (im Abfahrtssinn) Gletscherrand und wird “Petit Envers” genannt.

Eine weitere Variante, die Einheimischen nennen es “Vallée Noir”, haben wir im Rahmen eines kleinen Trips nach Italien befahren. Diese liegt am rechten Gletscherrand.

Gletscherbruch auf Höhe des Salle à Manger

Bei einer Vallée Blanche Abfahrt fährt man neben einigen kleinen Gletschern über drei große Gletscher: Zunächst startet man über den namengebenden Gletscher „Vallée Blanche“, dann kommt man über den „Glacier du Tacul“ zu einer Art Kreuzung, an welcher dieser mit dem von den Grandes Jorasses kommenden „Glacier Leschaux“ zum „Mer de Glace“ zusammenfließt.

Rückblick vom Glacier du Tacul auf den Salle à Manger

Dieses fährt man nun weiter ab bis zum Bahnhof von Montenvers, von welchem aus man mit einer Zahnradbahn ins Tal abfährt. Bei ausreichend Schnee kann man aber auch bis ins Tal nach Cham abfahren.

Mer de Glace vom Montenvers-Bahnhof

Mein erstes „Vallée Blanche“ war ein aufregendes Erlebnis, wenngleich ich natürlich auch jedes weitere Mal in vollen Zügen genieße!

Couloir Chevalier – Aufstieg und Skiabfahrt

Donnerstag, 28. Februar 2008

Eine weitere sehr spannende Unternehmung: Das Couloir Chevalier! Dieses Couloir ist keine sehr schwierige Tour, zumindest was den Aufstieg angeht, dennoch kann man sich auch in einer solch einfachen Tour verhauen…

Als Partner für dieses Projekt konnte ich Jean-Nicolas gewinnen. Das Ziel war neben dem Aufstieg vor allem unsere erste Ski-Abfahrt eines Couloirs.

Es ging also wieder einmal mit den Seilbahnen rauf auf die Grands Montets und mit den Ski wenige hundert Meter weiter zum Einstieg. Das Couloir Chevalier ist mit I, AD, 300m bewertet und ist meist 50° steil. Wobei eine Passage von rund 60m um die 55° steil ist.

Couloir Chevalier

Nun habe ich ja schon einen Verhauer angesprochen… Naja, nachdem wir also bepackt wie die Esel, die Ski auf dem Rucksack, los machen wollten, lag das Problem schon ganz unten, vor dem eigentlichen Couloir, nämlich in der Überquerung des Bergschrunds.

Nachdem ich mich etwas (im nachhinein wird sich rausstellen, dass es nicht genug war) umgeschaut hatte, fand ich keine Stelle an der die Gletscherrand-Spalte einigermaßen zu überqueren gewesen wäre. Sie war einfach zu breit und der Schnee nicht fest genug um mit meinen Geräten auf der Bergseite halt zu bekommen…

Also entschied ich mich den Bergschrund weiter rechts zu umgehen – in einer Mixed-Länge. Diese war jedoch schwieriger als gedacht und kostete mich einiges an Zeit.

Jean-Nicolas benötigte für die gleiche Seillänge noch einmal enorm viel Zeit da er im unteren Teil auf Grund seines höheren Gewichts ständig in den Schnee versank und somit immer wieder an hart erkämpfter Höhe verlor. An meinem selbst eingerichteten Stand fror ich mir unterdessen ordentlich einen ab… (was wahrscheinlich der Grund dafür ist, dass ich nun verschnupft und kränkelnd im Bett liege und euch all diese schönen Berichte schreibe ;-) )

Als wir nun endlich in das eigentliche Couloir traversiert hatten, haben wir schon ordentlich Zeit gelassen und es blieben noch gute 250m Aufstieg. Diese gingen wir dann gleichzeitig und gelangten relativ zügig zum Ende des Couloirs.

Hier begann nun der aufregendste Teil unserer Unternehmung. Die Skiabfahrt.

Auf einer kleinen selbst angelegten Plattform und an einem provisorischen Stand gesichert, haben wir uns hier also fertig gemacht. D.h. Kletterzeugs im Rucksack verstaut und Ski angeschnallt.
Da sich Jean-Nicolas nicht so 100%ig fühlte, ich mich allerdings auch nicht super, denn es war für uns beide die erste Ski-Abfahrt eines Couloirs, sicherte ich ihn bei seinen ersten Schwüngen von oben herunter.

Als das Seil dann aus war lag es an mir. Und nun wurde ich schon etwas nervös, denn fallen sollte man hier nicht. Der schwere Rucksack auf den Schultern machte die Abfahrt natürlich nicht leichter und nur langsam bekam ich Selbstvertrauen in mein Skikönnen.

Nach den ersten paar Kehren ging es dann aber deutlich besser und da die Schneebedingungen sehr gut waren konnte ich die letzten 200m auch richtig genießen ;-) .

Nun oberhalb des Bergschrunds stehend, suchten wir also abermals nach einer Stelle zum überqueren desselben und wurden diesmal auch fündig. Circa 100m weiter rechts (im Abfahrtssinn) fanden wir eine kleine Schneebrücke und konnten über diese auch leicht auf den Gletscher gelangen – hätte ich sie nur mal für den Aufstieg gefunden!

Nach wiederum 1800hm Abfahrt waren wir wieder am Parkplatz und ein Shake-Hands auf diese aufregende erste Skiabfahrt eines doch steilen Couloirs zauberte uns ein breites Grinsen ins Gesicht!

Ski und Eis

Donnerstag, 21. Februar 2008

Sportlich gesehen läuft auch Alles ganz gut, wobei eher die Vielfalt der Sportarten im Vordergrund steht als das Training einer bestimmten Disziplin. Nachdem mir das Alpinskifahren in den letzten Jahren zu langweilig geworden war, denn man sitzt ja die Hälfte der Zeit auf dem Lift, habe ich hier in Chamonix wieder richtig Spass daran gefunden.

Das liegt erstens daran, dass ich mir einen Saisonpass geleistet hatte und ich mir somit die besten, sprich sonnigsten und pulverreichsten, Tage gönnen kann, ohne unter dem “Stress” zu stehen ein Tagesticket “abzufahren”.

Des weiteren bietet Chamonix wohl mit die besten Möglichkeiten Varianten zu fahren und sich auch abseits der Pisten in offenen Pulverhängen zu amüsieren. Das Skifahren wird somit also zu einer gern angenommenen Herausforderung und macht viel Spass!

Freireiten

Das Klettern schlummert zur Zeit leider ein wenig. Ich versuche zwar zwei mal pro Woche in die Halle zu gehen, aber da ich keine wirklich festen Partner habe, die Halle teuer ist und der Boulderbereich eher bescheiden, läuft in dieser Richtung nicht das erhoffte Trainingsprogramm für die nächste Saison…

Aber es ist ja auch Winter und einige Eisfälle sind trotz des warmen Wetters gewachsen! Und diese Möglichkeit nutze ich so gut es geht um meine Erfahrung im Wassereis zu erweitern. In Jean-Nicolas, einem mittlerweile guten Freund und Mitbewohner von Seb, der ja mit mir eine WG aufmachen wollte was aber nicht zu Stande kam, habe ich einen guten Partner gefunden.

Jean-Nic nach getaner “Arbeit”

Wir gehen es sachte an und steigern uns peu à peu. So hab ich mittlerweile um die 12 Tage im Eis verbringen können und ich fühle mich langsam ganz ordentlich in diesem feucht-kalten Element.

Rock`n Roll

Der Skiunfall Claytons, bei dem er sich eine heftige Platzwunde am Knie zugezogen hatte, hat mir des weiteren die Möglichkeit eröffnet das Telemarken auszuprobieren. Er hat die gleiche Schuhgröße und mir auf Grund seiner Zwangspause sein Skimaterial hiergelassen!

Nette Näharbeit

Cool! Aber verdammt hart! Bis jetzt war ich nur einen Tag versenfrei unterwegs und ich hab mich wie der erste Mensch angestellt! Mal sehen, solange ich die Bretter noch hier hab werd ich wohl noch mal los müssen…